Eine Frau hält ein Schwangerschaftstest, sie ist schwanger geworden trotz Schilddrüsenunterfunktion

Kinderwunsch trotz Schilddrüsenunterfunktion

Warum du diese 7 Punkte nicht ignorieren solltest

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist für viele Frauen eine emotionale Achterbahnfahrt. Hoffnung und Enttäuschung wechseln sich ab – jeden Monat aufs Neue. Wenn dann noch eine Schilddrüsenunterfunktion im Raum steht, wird es noch komplexer. Leider wird diese Diagnose oft zu oberflächlich behandelt, insbesondere in Bezug auf die Fruchtbarkeit. In diesem Artikel möchte ich dir nicht nur sieben entscheidende medizinische Aspekte aufzeigen, sondern dir auch meine persönliche Reise mitgeben. Denn ich weiß, wie sich das anfühlt – ich war dort.

Inhaltsverzeichnis

Meine Erfahrung: Vom Wunsch zur Erkenntnis

2001 erhielt ich die Diagnose: Schilddrüsenunterfunktion. Endlich ein Grund für meine ständige Müdigkeit, Antriebslosigkeit und das diffuse Gefühl, ständig gegen meinen eigenen Körper zu kämpfen. Ich bekam L-Thyroxin verschrieben, kontrollierte brav meinen TSH-Wert – und dachte, alles sei gut.

Doch als mein Kinderwunsch stärker wurde und sich Monat für Monat nichts tat, begann das Gedankenkarussell. „Warum werde ich nicht schwanger? Ich bin doch sonst gesund…?“ Nach rund einem Jahr ohne Erfolg entschloss ich mich, Hilfe bei einer renommierten IVF-Klinik zu suchen. Es war ein schwerer Schritt – emotional und auch finanziell. Die Hoffnung war riesig.

Doch trotz der hohen Kosten und Expertise blieb die ersehnte Schwangerschaft aus. Ich war enttäuscht, traurig – und auch wütend. Denn rückblickend stellte ich fest: Es wurden nur einige Standardwerte wie TSH, fT3, fT4 und Eisen überprüft. Aber niemand hatte die Idee, andere Hormone, Entzündungswerte oder Antikörper zu testen. Mein Körper schrie nach Aufmerksamkeit – aber man hörte nicht richtig hin.

Ich war in der IVF-Klinik und wurde dann doch schwanger – aber verlor das Baby. Die Fehlgeburt war für mich einer der schmerzhaftesten Momente meines Lebens. Körperlich herausfordernd, seelisch tiefgreifend. Ich fühlte mich allein, unverstanden – und vor allem: nicht gesehen.

Erst danach begann ich, mich intensiv mit meinem Körper auseinanderzusetzen. Ich las Studien, suchte mir alternative Meinungen, sprach mit Heilpraktiker:innen und Coaches. Und ich erkannte: Hätte ich diese 7 Punkte früher gekannt – ich hätte so vieles anders gemacht. Deshalb schreibe ich diesen Artikel. Für dich. Damit du besser vorbereitet bist als ich.

1. Schilddrüsenwerte im Optimalbereich

Viele Ärzt:innen sagen, dein TSH-Wert sei „in Ordnung“, solange er zwischen 0,5 und 4,5 liegt. Doch bei Kinderwunsch gilt:  Der ideale TSH-Wert liegt idealerweise unter 1,0 mU/L, idealerweise sogar noch niedriger, zum Beispiel zwischen 0,3 und 1,0 mU/L. (Einige Quellen empfehlen auch einen Wert unter 2,5 mU/L.) Wichtig ist auch das Verhältnis zwischen fT3 und fT4. Nur wenn dein Körper genügend aktives Schilddrüsenhormon zur Verfügung hat, kann er die vielen Prozesse steuern, die für den Zyklus, Eisprung und die Einnistung notwendig sind.

Ein Spezialist für Endokrinologie kann helfen, deine Werte besser zu interpretieren und ggf. die Medikation anzupassen.

2. Hormonstatus abklären lassen

Die Schilddrüse steht nicht allein. Hormone wirken immer im Zusammenspiel. Ein unausgeglichener Progesteronspiegel kann z. B. die Einnistung erschweren. Östrogendominanz ist ebenso ein Problem wie zu wenig Estradiol.

Lass folgende Werte überprüfen:

  • Progesteron (in der 2. Zyklushälfte!)
  • Estradiol (Zyklusbeginn)
  • Testosteron und DHEA-S (bei PCOS relevant)
  • Anti-Müller-Hormon (zur Einschätzung der Eizellreserve)

3. Insulinresistenz ausschließen

Auch wenn du schlank bist, kannst du eine Insulinresistenz haben. Dieses Stoffwechselungleichgewicht beeinflusst den Eisprung negativ und kann zu Hormonchaos führen.

Ein oGTT (oraler Glukosetoleranztest) mit Insulinmessung sowie der HOMA-Index geben dir Aufschluss. Achte auch auf Symptome wie Heißhunger, schnelle Gewichtszunahme oder Energielöcher.

4. Stille Entzündungen erkennen

Viele Frauen leiden unter sogenannten „silent inflammations“ – unterschwellige Entzündungen, die im Körper permanent Stress auslösen. Diese können die Einnistung stören und sogar Fehlgeburten begünstigen.

Lass Werte wie hsCRP, IL-6 oder TNF-alpha checken. Eine entzündungshemmende Ernährung (Omega-3, wenig Zucker, viel Gemüse) kann Wunder wirken.

5. Bei Hashimoto: Antikörper beobachten

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift. TPO-AK und TG-AK sind typische Marker. Hohe Antikörperwerte können den Schwangerschaftseintritt erschweren und auch das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen.

Auch wenn der TSH-Wert gut aussieht, können hohe Antikörper ein Problem sein. Maßnahmen wie glutenarme Ernährung, ausreichend Selen, Vitamin D und Omega-3 sowie gezielte Entspannung helfen vielen Betroffenen.

Wenn du mehr über Hashimoto und seinen Einfluss auf Kinderwunsch und Schwangerschaft erfahren möchtest, lies gerne meinen Artikel: HASHIMOTO & KINDERWUNSCH

6. Darmgesundheit im Blick behalten

70–80 % des Immunsystems sitzen im Darm – das ist auch bei Autoimmunerkrankungen relevant. Eine gestörte Darmflora kann hormonelle Dysbalancen fördern und Entzündungen auslösen.

Ein Darmfloratest, z. B. über Stuhl, kann dir zeigen, ob eine Dysbiose oder ein Leaky Gut vorliegt. Probiotika, Präbiotika, fermentierte Lebensmittel und ggf. eine Darmsanierung sind sinnvolle Maßnahmen.

7. Nebennieren & Nervensystem stärken

Unser Alltag ist oft stressig – und dauerhafter Stress wirkt sich direkt negativ auf unsere Hormone aus. Das Stresshormon Cortisol hemmt die Schilddrüsenfunktion, stört den Eisprung und kann sogar die Gebärmutterschleimhaut beeinflussen.

Praktiken wie Meditation, Waldbaden, Atemübungen oder adaptogene Pflanzen wie Ashwagandha oder Rhodiola helfen, dein Nervensystem zu beruhigen und die Nebennieren zu unterstützen.

BONUS: Nährstoffe die man bei einem Kinderwunsch überprüfen sollte:

Bei einem Kinderwunsch ist es wichtig, den eigenen Nährstoffstatus zu überprüfen, um die besten Voraussetzungen für eine gesunde Schwangerschaft zu schaffen. Hier sind einige Nährstoffe, die bei Kinderwunsch besonders beachtet werden sollten:

Auf dem Bild ist eine Schwangere Frau und Vitamine die wichtig sind für die Kinderwunsch und Scgwangerschaft

 

1. Folsäure

  • Wichtigkeit: Folsäure ist ein essentieller Nährstoff für die Zellteilung und die gesunde Entwicklung des Embryos, insbesondere in den ersten Wochen der Schwangerschaft.
  • Überprüfung: Es wird empfohlen, bereits vor der Schwangerschaft mit einer Folsäure-Ergänzung (400-800 µg täglich) zu beginnen. Ein Folsäuremangel kann zu Fehlbildungen des Neuralrohrs führen – ich nehme gerne die Folsäure von Natugena*

2. Vitamin D

  • Wichtigkeit: Vitamin D spielt eine Rolle in der Immunfunktion und in der Aufnahme von Kalzium, was wichtig für die Knochengesundheit und die Fruchtbarkeit ist.
  • Überprüfung: Viele Menschen haben einen Vitamin D-Mangel, vor allem im Winter. Ein Test kann den Vitamin D-Spiegel messen, und es könnte notwendig sein, Vitamin D zu supplementieren (insbesondere bei Mangel). Über die optimalen Vitamin D – Werte und wie du Mangel vermeidest erfährst du in meinem Artikel „Vitamin D: Das stille Superhormon“

3. Eisen

  • Wichtigkeit: Eisen ist entscheidend für die Blutbildung und den Sauerstofftransport im Körper. Ein Mangel kann zu einer Anämie führen, was die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.
  • Überprüfung: Ein Eisenmangel kann durch Bluttests festgestellt werden. Wenn ein Mangel besteht, ist eine Eisen-Supplementation empfehlenswert. Die Eisenpräparate können auf den Magen schlagen, ich habe gute Erfahrung mit Eisen von InnoNature* gemacht.

4. Zink

  • Wichtigkeit: Zink ist wichtig für das Immunsystem und die Fortpflanzungsgesundheit. Es unterstützt die Fruchtbarkeit und spielt eine Rolle bei der Zellteilung.
  • Überprüfung: Zinkmangel kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Eine Blutuntersuchung kann helfen, den Zinkstatus zu überprüfen.

5. Jod

  • Wichtigkeit: Jod ist entscheidend für die Funktion der Schilddrüse, die eine wichtige Rolle in der Fruchtbarkeit spielt. Ein Jodmangel kann die Hormonproduktion der Schilddrüse stören und die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.
  • Überprüfung: Bei Kinderwunsch sollte der Jodstatus überprüft werden, besonders in Regionen, in denen Jodmangel verbreitet ist. Bei Hashimoto bzw. Hashimoto-Schub sollte kein Jod eingenommen werden.

6. Vitamin B12

  • Wichtigkeit: Vitamin B12 ist wichtig für die Zellteilung und das Nervensystem. Ein Mangel kann zu Fruchtbarkeitsstörungen führen, insbesondere bei Frauen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren.
  • Überprüfung: Ein Test auf Vitamin B12 kann Aufschluss geben, insbesondere wenn man eine pflanzliche Ernährung hat. Empfehlenswert ist B12 von Natugena*

7. Omega-3-Fettsäuren

  • Wichtigkeit: Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Zellstruktur und Entzündungsprozesse im Körper. Sie sind wichtig für die Fortpflanzung und die Entwicklung des Babys.
  • Überprüfung: Es ist weniger üblich, Omega-3 im Blut zu messen, aber es kann sinnvoll sein, den Omega-3-Spiegel über die Ernährung oder eine Nahrungsergänzung zu überprüfen. Ich nehme seit Jahren Algenkapseln von NORSAN*, dieses Algenöl ist auch für Kinder* geeignet.

8. Magnesium

  • Wichtigkeit: Magnesium spielt eine Rolle bei der Zellteilung und kann helfen, das Risiko von Fehlgeburten zu verringern. Es wirkt entspannend auf die Muskulatur und kann bei der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft hilfreich sein.
  • Überprüfung: Ein Magnesiummangel kann durch Bluttests festgestellt werden, jedoch auch durch Symptome wie Muskelkrämpfe oder Schlafprobleme.

9. Selen

  • Wichtigkeit: Selen ist ein Antioxidans, das die Spermienqualität verbessern und die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen unterstützen kann.
  • Überprüfung: Ein Test auf Selen ist möglich, besonders bei einem Verdacht auf Mangel, der durch unzureichende Ernährung entstehen kann.

10. Calcium

  • Wichtigkeit: Calcium ist wichtig für den Knochenaufbau und die Gesundheit der Zähne. Ein Mangel kann zu Problemen mit der Knochengesundheit führen, die sich negativ auf eine Schwangerschaft auswirken können.
  • Überprüfung: Ein Calciumtest im Blut kann Aufschluss über einen Mangel geben.

Wenn du dir unsicher bist, ob du ausreichend mit Nährstoffen versorgt bist, ist es eine gute Idee, einen Arzt oder Ernährungsberater zu konsultieren. Dieser kann dir helfen, die richtigen Tests durchzuführen und gezielt Mängel auszugleichen, um deine Fruchtbarkeit zu unterstützen und die Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft zu erhöhen.

11. Vitamin A

Es ist wichtig, den Vitamin A-Spiegel vor der Schwangerschaft zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen, aber nicht während der Schwangerschaft, um das Risiko von Überdosierungen und Geburtsfehlern zu vermeiden. Ein gesunder Nährstoffstatus im Vorfeld stellt sicher, dass du sowohl die eigene Gesundheit als auch die Gesundheit deines Babys optimal unterstützt.

Fazit: Dein Körper ist nicht defekt – er braucht Balance

Ich weiß, wie es ist, sich im medizinischen System verloren zu fühlen. Zu hören „Ihre Werte sind okay“ – obwohl sich nichts richtig anfühlt. Doch du bist nicht allein. Und du bist auch nicht „schuld“. Dein Körper tut sein Bestes. Gib ihm das, was er wirklich braucht – Wissen, Achtsamkeit und Unterstützung.

Ich hoffe, dass dir diese 7 Punkte helfen, deinen Kinderwunsch ganzheitlich und informiert anzugehen. Denn du verdienst es, gesehen zu werden – nicht nur als „Blutwert“ oder „Zahl im System“, sondern als ganze Frau.

Mehr ganzheitliches Wissen und Impulse findest du HIER

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Haftungsausschuss:

Ich bin kein medizinisches Fachpersonal und alle Informationen, die ich teile, basieren ausschließlich auf meinen persönlichen Erfahrungen mit Hashimoto. Jegliche Empfehlungen zu Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen gesundheitlichen Maßnahmen sollten nicht als professioneller medizinischer Rat verstanden werden. Bitte konsultiere immer einen Arzt oder einen qualifizierten Ernährungsberater, bevor du Änderungen an deiner Behandlung oder Ernährung vornimmst.

 

 

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